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Elektroauto laden ohne Kabel: Erstes Projekt mit induktivem Laden in der Schweiz

08. Dezember 2023

Acht Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bund starteten am Donnerstag, 23. November 2023, am Firmensitz der Eniwa AG in Buchs offiziell ihre Zusammenarbeit: Das Projektteam ist das erste in der Schweiz, dass die technische Machbarkeit des induktiven Ladens von Elektrofahrzeugen unter Alltagsbedingungen untersucht. Ergänzend zum Zulassungsprozess wird über einen bestimmten Zeitraum eine vertiefte Analyse des Ladesystems und weiterer Einsatzmöglichkeiten durchgeführt. Dieses Pilotprojekt wird unterstützt vom Bundesamt für Energie (BFE).

Elektroauto laden ohne Kabel: Erstes Projekt mit induktivem Laden in der Schweiz

Induktives Laden ist heute bereits im Einsatz bei Zahnbürsten und Mobiltelefonen. «Das funktioniert bei einem dafür ausgerüsteten E-Auto nach einem ähnlichen Prinzip», erklärt Samuel Pfaffen, Leiter Unternehmensentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung bei Eniwa. Das mit der innovativen Ladetechnologie von WiTricity ausgestattete Fahrzeug parkiert über einer entsprechend entwickelten Ladeplatte, die die Energie ohne die Verwendung eines Ladekabels über eine Empfangseinheit in die Fahrzeugbatterie überträgt.

Wissenschaftliche Begleitung durch Empa und ZHAW

Der Fokus liegt zunächst auf der Umrüstung der Fahrzeuge mit den Prototypen des induktiven Ladesystems sowie der Fahrzeugzulassung. Später ist der Einsatz von umgerüsteten Fahrzeugen mit dem Serienprodukt im E-Carsharing geplant. Welche Erfahrungen machen die Nutzerinnen und Nutzer der Fahrzeuge damit? Dieser Frage wird das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE) der ZHAW School of Engineering nachgehen. Die Empa übernimmt die technischen Untersuchungen wie zum Beispiel den Vergleich der Energieeffizienz zu gewöhnlichen, konduktiven Ladesystemen und die Prüfung der Zuverlässigkeit. Weitere Projektpartner sind die Stadtwerke-Allianz Swisspower, die Energie Thun AG und die BRUGG eConnect AG.

Weitere Standorte gesucht

Das Projekt unter der Leitung von Claudio Richter von Eniwa sieht die Installation und den Betrieb von mindestens sechs Ladestationen und Fahrzeugen vor. Durch das drahtlose Laden erhoffen sich die Projektbeteiligten eine Komfortsteigerung sowie eine Minimierung der Hürden für den Umstieg auf Elektromobilität. Um dies belegen zu können, sollen mindestens drei Stationen für den Einsatz im E-Carsharing folgen. «Dafür sucht Eniwa noch weitere Standorte und innovative Partner, die sich an diesem Leuchtturmprojekt beteiligen möchten», sagt Samuel Pfaffen, der für Innovationen verantwortlich ist.

Wichtiger Entwicklungsschritt in Richtung bidirektionales Laden

Für die Regelung des Stromnetzes können Batterien von Elektroautos zukünftig beim so genannten bidirektionalen Laden eine grosse Rolle spielen. Dabei wird die Batterie als Speicher genutzt, der die Energie teilweise wieder zurück ins Netz abgibt, wenn sie nicht fürs Fahren benötigt wird. Für Energieversorger wie Eniwa ist es von grosser Relevanz, zu wissen, wie zuverlässig Batterien von Fahrzeugen für die Regelung des Stromnetzes genutzt werden können. «Bei praktisch vollen Batterien werden Fahrzeuge in der Regel nicht an die Ladestation angeschlossen, dabei wären sie in diesem Zustand dafür prädestiniert, einen Teil ihrer Energie temporär für das Stromnetz zur Verfügung zu stellen», erklärt Samuel Pfaffen. Mit drahtlosen Ladestationen entfalle das Anschliessen der Fahrzeuge an die Ladestation durch Menschenhand, womit der Zugang zu den Batteriespeichern der Fahrzeuge deutlich vereinfacht werde.

Bildlegende:
Untersucht als erstes Projektteam in der Schweiz die technische Machbarkeit des induktiven Ladens von Elektrofahrzeugen unter Alltagsbedingungen (v. L.): Olivier Sakhri (BRUGG eConnect), Andrea Del Duce (ZHAW Institut für Nachhaltige Entwicklung), Marc Steinhof (BRUGG eConnect), Colin Michel (Swisspower), Patrick Kern (BRUGG eConnect), Samuel Pfaffen (Eniwa), Markus Bittner (WiTricity), Men Wirz (Bundesamt für Energie), Claudio Richter (Eniwa), Luca Castiglioni (Bundesamt für Energie), Hubert Wolters (WiTricity) und Mathias Huber (Empa).