Das operative Ergebnis der Eniwa Gruppe im ersten Halbjahr 2018 beträgt 5,2 Mio. Franken. Damit liegt es leicht unter dem Vorjahr (5,9 Mio. Franken). Mit 3,5 Mio. Franken fällt auch der Reingewinn tiefer als im Vorjahr aus (5,9 Mio. Franken).
Eniwa Hauptgebäude
Hauptursache für das tiefere Ergebnis ist die Belastung durch die Korrektur an den Finanzmärkten. Den Umsatz im ersten Halbjahr 2018 konnte Eniwa gegenüber der Vorjahresperiode um 4,7 % auf 80,2 Mio. Franken steigern. Das Umsatzwachstum ist hauptsächlich auf gestiegene Netzentgelte sowie höhere Erträge aus dem Wärme- und Kältegeschäft zurückzuführen.
Die Investitionstätigkeit fiel deutlich tiefer als in den Vorjahren aus und beträgt nach sechs Monaten 17,8 Mio. Franken. Mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 59,4 % ist die Eniwa Gruppe weiterhin solide finanziert. Neben letzten Arbeiten am neuen Standort und der Erneuerung sowie Instandhaltung der bestehenden
Strom-, Gas- und Trinkwassernetze, wird der Aufbau des Wärme-/Kältenetzes weiter vorangetrieben. Ende Juli erfolgte der Baustart des Wärmeverbundes «Goldern» und damit die nächste Etappe der Fernwärme-Erschliessung in Aarau. Der Verbund wird mit Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs sowie Wärme aus der Grundwasser-Energiezentrale Torfeld betrieben und leistet einen weiteren Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstosses im Rahmen des Energieplans der Stadt Aarau sowie der Energiestrategie 2050. Mit dem Namenswechsel und dem Umzug nach Buchs AG hat sich Eniwa neu aufgestellt und auf die Zukunft ausgerichtet. Die Organisation und auch die Berichterstattung orientieren sich neu an den Geschäftsbereichen «Produktion und Netze», «Vertrieb Energie», «EnerCom» und «Elektroinstallationen».
Produktion und Netze: Kälteabsatz übertraf die Erwartungen
Der Geschäftsbereich «Produktion und Netze» umfasst den Bau und die Instandhaltung der Strom-, Gas-, Wasser- und Wärme-/Kälteversorgung sowie die Produktionsanlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Der Absatz Netznutzung Strom liegt mit 265,7 GWh auf Vorjahresniveau. Bei konstanten Betriebskosten resultiert das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen und leicht über dem Vorjahreswert.
Im Gasgeschäft liegt der Netznutzungsabsatz mit 271,6 GWh leicht unter dem Vorjahr. Der warme April führte zu vermindertem Gasverbrauch bei den Wärmekunden. Im ersten Halbjahr 2018 wurden im Fernwärmenetz 21,3 GWh Wärme und 2,6 GWh Kälte geliefert. Dies entspricht einer Zunahme von über 10 % gegenüber dem Vorjahreswert. Das Kältegeschäft erzielte ein erfreuliches Wachstum (+38,3 %) und übertraf damit die Erwartungen. Bemerkenswert ist auch die mit 56,3 GWh um 26 % höhere Stromlieferung aus dem eigenen Wasserkraftwerk infolge grosser Wassermengen in der Aare. Die Stromproduktion lag im ersten Halbjahr über dem langjährigen Mittel und deutlich über dem sehr tiefen Vorjahreswert (44,7 GWh).
Vertrieb Energie: Vorteilhafte Beschaffungskosten bei Strom und Gas
Der Geschäftsbereich «Vertrieb Energie» umfasst die Beschaffung, Vermarktung sowie Verrechnung von Strom, Gas, Wasser und Wärme/Kälte. Der Energieabsatz Strom ist mit 234,5 GWh auf Vorjahreskurs. Der Energieabsatz Gas liegt bei 249,3 GWh, was einer leichten Abnahme zum Vorjahr entspricht. Gekoppelt mit vorteilhaften Beschaffungskosten und leicht tieferen Strukturkosten konnte dennoch ein positives Ergebnis erzielt werden.
EnerCom: Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote
Eniwa hat sich zum Jahresbeginn neu organisiert und die Aktivitäten in den Bereichen Telekommunikation, IT, erneuerbare Energien und Produkteservices im Geschäftsbereich EnerCom gebündelt. Der Bereich umfasst ebenfalls das Tochterunternehmen Holinger Solar AG, welches per Januar 2019 vollständig in die Abteilung erneuerbarer Energien integriert wird.
Eniwa verspricht sich mit dem Zusammenschluss der Kompetenzen am Standort in Buchs besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können und gleichzeitig durch integrierte Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu steigern. EnerCom legt seinen Geschäftsfokus auf drei zentrale Herausforderungen der modernen Gesellschaft: Digitalisierung, smarte Vernetzung und die Transformation der Energiesysteme von fossilen hin zu erneuerbaren Energien.
Die Neugliederung EnerCom, die administrativen Aufwendungen sowie vorausgehende Produkt- und Service-Entwicklungen führen im 2018 noch zu Belastungen des operativen Ergebnisses. Mit einer deutlich breiteren Angebotspalette und unter Ausnutzung von Cross-Selling-Potenzialen bietet EnerCom jedoch künftig zusätzliche Wachstumschancen für die Eniwa Gruppe.
Elektroinstallationen: Margendruck führt zu Umsatzrückgang
Der Umsatz im Bereich Elektroinstallationen liegt unter dem ausserordentlich guten Vorjahr. In den vergangenen sechs Monaten zeichnete sich ein Volumenrückgang im stark umkämpften Installationsgeschäft ab. Zugleich machte sich ein erhöhter Margendruck spürbar. Der Auftragseingang verläuft jedoch wieder positiv. Es wird erwartet, dass der Rückstand bis Ende Jahr teilweise aufgeholt werden kann. Gleichzeitig haben sich die Filialen in Oftringen und Reinach sehr gut entwickelt und stärken die Marktposition von Eniwa in der Region.
Ausblick
Eniwa erwartet für das laufende Geschäftsjahr steigende Umsätze und ein operatives Ergebnis, das leicht über dem Trend des Halbjahresabschlusses liegt. In den Bereich Wärme/Kälte sowie in die Erneuerung und die Instandhaltung der bestehenden Strom-, Gas- und Wasserleitungen wird weiterhin investiert. Die Strommärkte verzeichneten zwar jüngst eine Preissteigerung. Trotzdem bleiben die regulatorischen Rahmenbedingungen und die anstehenden Marktreformen herausfordernd für die Schweizer Energiewirtschaft. Geringe Erträge aus dem Energiegeschäft erschweren Investitionen in Anlagen für die dezentrale Energieproduktion.
Kennzahlen zum Geschäftsergebnis 2. Quartal 2018 der Eniwa Gruppe
Erfolgsrechnung in TCHF
Q2 2018
Q2 2017
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
5’240
5’929
- in % vom Umsatz
6.5
7.7
Gruppengewinn
3’450
5’914
4.3
Bilanz in TCHF
Bilanzsumme
595’891
584’563
Umlaufvermögen
94’370
95’183
- davon flüssige Mittel / Wertschriften
51’571
49’128
Anlagevermögen
501’522
489’379
Fremdkapital
241’944
228’123
- davon kurzfristig
19’850
35’513
Eigenkapital
353’948
356’440
Eigenkapital in % der Bilanzsumme
59.4
61.0