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Jahresergebnis 2017 von kalter und trockener Witterung im ersten Quartal geprägt

05. April 2018

Hohe Strombeschaffungskosten infolge der Kälteperiode im ersten Quartal sowie eine geringe Energieproduktion im eigenen Wasserkraftwerk beeinflussten das Geschäftsergebnis 2017. Der Reingewinn der IBAarau Gruppe (heute Eniwa) liegt mit 12,8 Millionen Franken knapp unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz ist mit 156,9 Millionen Franken deutlich gestiegen.

Jahresergebnis 2017 von kalter und trockener Witterung im ersten Quartal geprägt

Der Umsatz der IBAarau Gruppe beträgt 156,9 Millionen Franken, was einer Zunahme von 9,6 Millionen Franken oder 6,5 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Bei einem leicht rückläufigen Stromumsatz von 68,7 Millionen Franken führten das wachsende Dienstleistungsgeschäft mit 31,1 Millionen Franken sowie der Ausbau in den Bereichen Erdgas/Biogas und Wärme/Kälte mit 39,4 Millionen Franken zu einem deutlichen Umsatzanstieg.

Das operative Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 13,1 Millionen Franken um 3,8 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Durch die gute Performance der Wertschriften resultierte gleichzeitig ein positives Finanzergebnis, welches zu einem Reingewinn von 12,8 Millionen Franken führte, unwesentlich unter dem Vorjahreswert (13,1 Millionen Franken). Die Erhöhung der Bilanzsumme wurde neben einem erfreulichen operativen Cashflow von 43,5 Millionen Franken durch die Aufnahme von langfristigen Darlehen finanziert. Der Dividendenvorschlag zuhanden der Generalversammlung vom 17. Mai beträgt wie im Vorjahr 20 Franken pro Aktie.

Starke Investitionstätigkeit in neues Hauptgebäude, Netze sowie erneuerbare Energien

In Bezug auf Investitionstätigkeiten war 2017 ein Rekordjahr. Total wurden 93,7 Millionen Franken investiert, wobei sich allein die Aufwendungen für den Bau des neuen Firmensitzes in Buchs planmässig auf rund 50 Millionen Franken beliefen. In die Erneuerung und Instandhaltung der bestehenden Strom-, Gas- und Trinkwassernetze wurden 20 Millionen Franken investiert. Für den Ausbau der Wärme- und Kältenetze wurden 9 Millionen Franken eingesetzt. Weitere Grossprojekte wie der Bau des Gönhard-Wasserreservoirs oder des Aare-Kraftwerks sind in Vorbereitung oder im Bau. Die Beteiligung an der Repartner Produktions AG wurde um 8,4 Millionen Franken erhöht und damit ein Produktionsanteil von jährlich 16 Millionen Kilowattstunden Wasserkraftstrom aus den Prättigauer Kraftwerken langfristig gesichert.

Hohe Beschaffungskosten im Stromgeschäft dämpfen Ergebnis

Der kumulierte Energieabsatz liegt mit 468,0 Gigawattstunden (GWh) um 5,1 Prozent über dem Vorjahr. Die grössere Absatzmenge führte jedoch nicht zu einem besseren Ergebnis. Aufgrund der geringen Wasserführung der Aare wurde im eigenen Wasserkraftwerk 2017 deutlich weniger Strom produziert. Die hohen Strompreise für die Ersatzbeschaffungen im ersten Quartal führten zu erheblichen Mehrkosten, welche im Laufe des Jahres nicht mehr ausgeglichen werden konnten.

Fernwärme und Fernkälte mit markanter Umsatzsteigerung dank Kantonsspital Aarau

Der Absatz von Fernwärme und -kälte liegt 2017 mit 40,0 GWh um ein Mehrfaches über dem Vorjahr. Die Übernahme der Wärmezentrale vom Kantonsspital Aarau trug mit 20 GWh zum deutlichen Umsatzwachstum bei. Die Lieferungen im eigenen Netz konnten von 10 auf 20 GWh verdoppelt werden.

Geringe Eigenproduktion und Wertberichtigungen für Bauprojekt Kleinwasserkraftwerke

Das eigene Aare-Wasserkraftwerk produzierte im Geschäftsjahr 2017 um 13,1 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Die Trockenheit im ersten Quartal führte zu einer Jahresproduktion von 88,8 GWh, welche um 14,8 Prozent deutlich tiefer als im Vorjahr liegt. Aufgrund zahlreicher Einsprachen und verteuernden Auflagen wurde entschieden, die Kleinwasserkraftwerke an der Suhre nicht auszuführen. Die Ausgaben für die Planungsarbeiten der Kleinwasserkraftwerke an der Suhre wurden vollständig abgeschrieben.

Gute Auftragslage im Elektroinstallationsgeschäft

Der Bereich Elektroinstallationen schloss ein arbeitsintensives Geschäftsjahr mit höherem Umsatz und positivem operativen Ergebnis ab. Der Bestelleingang lässt einen weiterhin positiven Geschäftsverlauf erwarten. Mit dem Umzug der Filiale in Oftringen und der Übernahme der Geschäftstätigkeiten der Otto Steiner AG in Reinach baut die Eniwa ihr Dienstleistungsgeschäft im Bereich der Telekommunikation und Elektroinstallationen weiter aus.

Überdurchschnittliche Wertschriften-Performance

Die überdurchschnittlich hohen Aktienrenditen im vergangenen Jahr sorgen für eine Nettorendite auf den Wertschriften von 9,7 Prozent oder 4,6 Millionen Franken. Die Zinszahlungen für Darlehen von Dritten liegen mit 2,0 Millionen Franken um 0,3 Millionen Franken über dem Vorjahr.

Anhaltend solide Eigenkapitalbasis

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,1 Prozent auf 584,6 Millionen Franken. Das ausgewiesene Eigenkapital per Ende 2017 beträgt 356,4 Millionen Franken, was einem soliden Eigenfinanzierungsgrad von 61,0 Prozent entspricht.

Ausblick

Eniwa (ehemals IBAarau) erwartet für die kommenden Jahre einen stabilen Geschäftsverlauf und aufgrund der Investitionen steigende Umsätze und Wertschöpfung im Bereich Wärme/Kälte sowie im Dienstleistungsgeschäft. Auch rechnet das Unternehmen mit höheren ordentlichen Abschreibungen auf den Anlagen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen und die anstehenden Marktreformen bleiben eine Herausforderung für die Schweizer Energiewirtschaft. Geringe Erträge aus dem Energiegeschäft erschweren Investitionen in Anlagen für die dezentrale Energieproduktion.